Ein offenes Modell, das denkt — und was diese Kombination bedeutet
Moonshot veröffentlichte gestern ein herunterladbares Denkmodell. Denken war einmal das, was die geschlossenen Modelle für sich behielten.
Am 6. November 2025 veröffentlichte Moonshot AI Kimi K2 Thinking, ein Modell mit offenen Gewichten für schrittweises Denken. Es ist das bislang klarste Zeichen, dass sich die letzte Lücke zwischen offenen und geschlossenen Modellen schliesst.
Warum das Denken zuletzt kam
Als Denkmodelle aufkamen — dieser Blog behandelte das erste im Herbst 2024 —, waren sie teuer zu bauen und teuer zu betreiben, und sie waren das Argument, für einen Spitzenanbieter zu zahlen.
Zehn Monate später ist dieses Argument schwächer. Die Fähigkeit, die den Aufpreis rechtfertigte, gibt es nun zum Herunterladen — und das Muster aus dem Beitrag vom 10. September gilt: Jeder Unterschied zwischen den beiden Lagern hat sich irgendwann aufgelöst.
Was sich für ein Schweizer KMU ändert, schlicht gesagt
Unmittelbar sehr wenig. Sie werden in diesem Quartal nicht eher ein grosses Denkmodell selbst betreiben als im letzten, und die Einschätzung vom 4. September zum Eigenbetrieb bleibt unverändert.
Mittelbar eine Sache: Es stärkt Ihre Lage im Gespräch mit einem Anbieter. Ist eine Fähigkeit aus mehreren Quellen verfügbar, darunter kostenlosen, muss der Preis eines Anbieters durch Leistung, Vertrag und Unterstützung gerechtfertigt sein — nicht durch Alleinzugang zu etwas Kluges.
Das ist eine bessere Grundlage für eine Lieferantenbeziehung als jene vor einem Jahr.
Was zu widerstehen lohnt
Der Versuchung, einen bereits getroffenen Entscheid neu aufzumachen. Wer im Frühling einen Anbieter nach Datenstandort, Vertrag und Unterstützung wählte, dessen Gründe hat diese Veröffentlichung nicht geschwächt.
Bis Monatsende werden drei weitere Veröffentlichungen erwartet. Der Beitrag vom 21. November handelt davon, wie man auf sie alle nicht reagiert — ein Thema, das der Kalender gleich dringlich macht.